Annweiler in der Pfalz..

Nachdem ich im Februar schon mal dort war, wollte ich unbedingt nochmal hin um mir mehr Zeit zu nehmen um die Gegend etwas näher zu erforschen und gerne hätte ich natürlich die Burg Trifels erklommen und besichtigt. Aber damals war sie wohl seasonbedingt geschlossen und gestern logischerweise noch wegen Corona. Auch hatte ich damals Bedenken dort überhaupt hoch zu kommen, denn vom Parkplatz gehts doch ein Stück nach oben. Aber die zu erwartende Aussicht wäre mir der Aufwand wert.

Kilometerweit ist sie schon zu sehen

und auf dem Weg, der einige Kilometer durch einen wunderbaren Wald mit vielen Kurven und tollen Aussichten, führt bin ich auch an der Trifelsruhe vorbei gekommen: Das ist ein echt toller Friedwald und ne Überlegung als Endlager wert.

Noch ein paar Kilometer schraubt sich der Weg immer weiter nach oben, vorbei an der Kletterhütte mit dem Kletterfelsen Asselstein. Auch diesen wollte ich heute zumindest mal aus der Nähe anschauen. Das Klettern ist dank Corona an dem 60 Meter hohen Felsen, immer noch gesperrt. Aber der Weg bis zum Fuß ist schon anstrengend genug und hat mir doch einiges Geschick abgefordert, Schmerzen und Ausdauer dazu. Und tatsächlich habe ich es beim besten Willen nicht geschafft einmal zumindest um den Felsen herumzulaufen, wobei mir wohl auch ein besonderer Blick in das Trifelsumland flöten ging. Aber in meinem Zustand muss ich natürlich auch Prioritäten setzen und ich hatte ja noch anstrengenderes vor mir und zurückfahren wollte ich ja auch wieder alleine und selbständig:-)

Kletterfelsen Asselstein, Annweiler

Von dort sinds noch etwa 2km immer langsam schön bergauf und alles riecht so wunderbar und da hätte ich gerne auch wieder so einen schönen tiefgelegten Chopper um das Farbenspiel der Bäume und der Sonne besser geniessen zu können.

Es gibt einige Wanderparkplätze dort oben und selbst ne reguläre Ausflugsbuslinie fährt wohl zu coronafreien Zeiten

Da war mein Tagesziel, da wollte ich rauf Burg Trifels, Annweiler

sehr nützlich dieses Tor und extra abgeschlossen

Glücklicherweise habe ich mich für den 20 Minuten Langweg zur Burg entschieden, für den ich aber letztlich fast das Doppelte an Zeit gebraucht habe. Ich merke bei solchen Wanderungen schon sehr meine Einschränkungen, aber auch wie sehr ich es wieder lerne die Schmerzen dann mit mentalen Tricks, so etwas ähnliches wie Autogenes Training oder gar Selbst-Hypnose in den Griff zu bekommen. Für alle Fälle habe ich aber dann bei solchen Ausflügen auch härtere Schmerzmittel, mit samter ärztlichem Genehmigungsschreiben, da diese ja unter das BTM fallen. Aber logischerweise ist das nur für den Ernstfall gedacht, da ich dann keineswegs mehr Motorradfahren kann. Dennoch fühle ich mich wohler wenn ich sie dabei habe, denn unbewusst fährt immer auch die Angst vor noch heftigeren Schmerzen mit. Aus diesem Grund werde ich wohl auch in Zukunft nur immer noch kleine Tagesrouten fahren können. Auch das ist leider langsam in meinen Alltag übergegangen. So gesehen bin ich froh, dass das langsam von Statten geht, andererseits werde ich dadurch beinahe täglich auf s Neue mit dem Sterben in Etappen konfrontiert. Alles das was ich nicht wollte. Aber ich weiss auch, dass andere Leidensgenossen glücklich wären darüber, wenn sie so viel wie ich überhaupt noch machen könnten. Das ist mir sehr bewusst. Jedoch wenn von mir jemand erwartet dass ich mich darüber freue, sorry das kann ich nicht(mehr) denn leider ist alles nur ein Frage der Zeit. Dankbar bin ich trotzdem, wem auch immer, dass ich es bis hier her geschafft habe, da ich selbst nicht davon ausgegangen bin, den Mai noch zu erleben. Geschenkt habe ichs allerdings nicht bekommen, es ist jeden Tag ein Kampf aufs Neue. In drei Tagen habe ich wieder Chemo und ich weiß was mich danach wieder erwartet und ich erinnere mich ungerne daran, wie schwer es ist, sich aus diesem Sog der Depression und Lethargie zu befreien.

Als Auf und Abstieg hat etwas länger gedauert, mit vielen Pausen. Die Aussicht ohne Zugang zur Burg leider nur in zwei Richtungen möglich, aber dennoch recht schön. Ich mag diese weitsichtige und weitläufige Landschaften, wo man zig Kilometer weit sehen kann und alles so schön hügelig ist. Diese Landschaften vermisse ich in in Baden Württemberg, Lediglich im Kraichgau & Kraichtal findet man ähnliche Landschaftsbilder, oder eben dann wenn man im Schwarzwald ganz oben ist. Ansonsten schaut man immer nur auf den Hügel gegenüber. Das ist wohl auch der Grund für die teilweise recht kleinkarierte Mentalität. Was interessiert mich was hinter dem nächsten Berg ist? Ich als gebürtiger Rheinhesse kenne so etwas nicht und es fällt mir bis heute immer noch schwer darauf zu verzichten. Interessant ist auf definitiv zu beobachten dass nicht nur auf der Autobahn in BW die Auto & Motorradfahrer wesentlich schneller und hektischer drängeln als auf der anderen Rheinseite. Lediglich die Schweizer mit ihren teuren Karossen und kleinen Nummernschildern stellen alle Anderen in den Schatten. Ich glaub auf meinen fast 10000km habe ich selten mal ein Schweizer gesehen, die nicht drängeln. Ausnehmen tue ich davon meine eigentliches Feindbild die Ostblock-LKW-Fahrer .

Glücklicherweise hat man es von Pforzheim nicht so weit bis über den Rhein:-)

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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