Was Nachrichten bewirken können…

Wie anstrengend und voller Angst die Tage, ja sogar die Wochen vor dem CT-Termin waren habt ihr ja auch mit bekommen, oder teils gar selbst schon erlebt. Und nun war es ja sogar so, dass ich zuvor schon bestimmte Entscheidungen getroffen hatte, weil ich mit einem eindeutigen Ergebnis gerechnet hatte. Dementsprechend war ich von dem tatsächlichen Ergebnis auch überrascht. Und mir war klar dass auch eine positive Nachricht seine Zeit braucht um im Hirn ankommt.

So war es dann auch. Natürlich ist es keine Heilung, aber ein kleiner Schritt in diese Richtung und allemal besser als in die Andere. Jedesmal bin ich aus dieser Praxis mit ein paar Tränen raus und so dieses Mal auch, natürlich aus Freude oder eher aus Erleichterung. Mehr konnte ich da noch nicht wirklich aufnehmen.

Die Stunden danach rasselten die Gedanken mir durch den Kopf und mir war bewusst, dass ich das auch den vielen Unterstutzern zu danken hatte. Und ich hatte die Pflicht es allen so schnell als möglich mit zu teilen, denn es war mir bekannt, das viele mit mir gebangt haben. Und klar dass die sich nicht gleich getraut haben zu fragen.

Also erst die Arbeit dann das Vergnügen ?!

Ich war zu dem Termin mit dem Motorrad gefahren und auf dem Rückweg wäre ich am liebsten einfach weitergefahren irgendwo hin, gemäss Udo Jürgens „ich war noch niemals in New York“, wo ich übrigens wirklich auch noch nicht war. Aber zwei Tage zuvor war ich wahrhaftig noch bettlägrig und die Euphorie lässt einem nicht selten übermutig werden. Hier hat dann doch die Vernunft gesiegt.

Am Abend nachdem ich alle Szenarien durchgespielt hatte, was mich nun in Zukunft erwarten könnte, überhaupt ne Zukunft zu sehen, da kam ne Phase wo ich hundemüde wurde. Ja auch das ist mir nicht neu, da ich ne Woche nach der Chemo meistens arg müde und kaputt bin und das eigentlich ne typische Begleiterscheinung ist. Doch auch denken und sich freuen macht müde und letztlich fiel da die ganze Anspannungen der letzten Tage und Wochen, ja vielleicht sogar Monaten von mir ab und versetzten mich quasi in nen Tiefschlaf. Den ersten Mai habe ich kaum mitbekommen und auch der Samstag war bis zum Mittag nötig um wieder auf die Beine zu kommen. Nach dem buchstäblichen AusdemBettquälen hab ichs dann auch rausgeschafft, auch aus dem Grund weil ich einkaufen und Anderes erledigen musste.

Und das brachte mich auch wieder auf den Boden der Wirklichkeit. Ich war noch längst nicht so fit, wie es sich auf den ersten Blick anfühlte. Das Immunsystem ist schon arg runter, das spürt man in allen Knochen, trotz Tiefschlaf. Nun gut ich habe ja ne Woche Pause bekommen bis zur nächsten Chemo. Dazu habe ich logischerweise jetzt auch keine Lust, aber es macht es nun hoffentlich etwas leichter weil ich definitv weiss, dass sie bisher etwas gebracht hat, denn hätte ich sie nicht gemacht, wäre ich jetzt sicherlich schlicht und einfach tot. Meinen Ärzten habe ich natürlich schon persönlich gedankt, das versteht sich von selbst. Aber auch Sie geben mir zu Bedenken, dass das noch lange nicht geschafft ist und es keineswegs mehr so werden kann wie vorher.

Auch ist die Chemo an sich stets eine Gefahr für Verschlechterungen. Doch damit habe ich mich ja zuvor auseinandergesetzt. Meine Niere bleibt kaputt, die Schmerzen bleiben und können sich nach wie vor verstärken und ausbreiten. Auch durch die nun gewonnene Lebenszeit kann ich dahin kommen, wo ich nie hin wollte,- in den Rollstuhl. Schmerzen alleine kann man stillen, Ausfallerscheinungen und Lähmungen nicht. Und das Risiko in die Dialyse zu rutschen bleibt auch.

Aber auch hier bleibe ich bei meiner Grundeinstellung nur kleine Ziele abzustecken. Tag für Tag und nicht einen Moment länger. Kurzsichtig gedacht und gelebt, hört sich nich sehr positiv an, aber in meiner Situation, meiner Ansicht nach die einzig vernünftige und wirksame Lösung, die ich jedem nur anraten kann. Natürlich sind langfristige Ziele nicht zu vergessen, aber sich nicht täglich an sich zu richten, kann einem viele Enttäuschungen ersparen. Denn jede Enttäuschung raubt einem das Wertvollste,- HOFFNUNG..😊

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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