CT- Termin und die Folgen

Ja ihr habts ja auch alle gewusst, dass ich heute meinen CT-Termin hatte und die letzten Tage, besonders dazu die Nächte waren auf keinen Fall die entspannendsden. 8.20h in der Früh, zumindest recht schnell am Tag werde ich wissen was los ist. Wollte auch erst noch ne Dosis Valium nehmen, weil ich aus dieser Praxis noch nie ohne gute Nachrichten rausgekommen bin, aber da ich mit dem Motorrad hinfahren wollte ist das Valium ausgeschieden. Eine Begleitperson war tatsächlich vor ein paar Tagen ein Thema für mich, denn nach den letzten Terminen dort bin ich immer erst mal in nen Heulkrampf gerutscht. Aber dank Corona und den Einschränkungen konnte ich davon ausgehen, dass ich eh alleine rein musste. Und wen möchte ich schon gerne 2 Stunden auf mich warten lassen.

Als ich im Januar in Heidelberg in der Uniklinik war zwecks Gesprächs, hat mich eine sehr gute Freundin dort hingefahren um mir bei zu stehen. Und dann hat sie auf dem Gelände nirgends einen Parkplatz gefunden und sie sass bald 3 Stunden im Auto.Oh danke liebe Eva was wäre ich ohne dich? Mit Sicherheit hätte ich viel früher schon aufgegeben. Dafür echt auch hier noch ein grosses Danke an alle meine wunderbaren Freunde und die Facebookunterstützer😊

Nun denn gerade als ich aufs Motorrad bin heute früh fing es an zu regnen, aber egal jetzt. Ich war glücklich drüber überhaupt wieder die Kraft dazu zu haben zum Fahren, wie sah es denn noch vorgestern aus bei und mit mir!? Ihr erinnert euch bestimmt. Schnell war ich oben auf der WiHö und auf Schmerzmittel hatte ich dummerweise auch verzichtet. Dann gings 7 Stockwerke zu Fuss, da ich ja kein Aufzug fahren kann. Mir war es als erklimme ich den Wallberg, und mir wurde schlagartig bewusst wie k.o. ich eigentlich war. Klar die Chemos haben mich zerbröselt.

Oben angekommen war ich überrascht. Freundlich begrüsst wie eigentlich immer, aber eine Arztpraxis ohne Plexiglasscheiben und aufgeklebten Mindestabstandstreifen. Mal war Corona weit entfernt😊 und es tat echt gut. Im Wartezimmer war um die Zeit noch nicht viel los, Mindestabstand hielt eh jeder ein, ein paar waren mit Masken dort und manche redeten sogar miteinander. Dann kam ein nettes Madel mit gleicch zwei Bechern Kontrastmittel, logischerweise war ich der Empfänger. Beim letzten Mal gabs ja nen deftigen Eklat, weil die nette Dame mir das zum Trinken hingestellt hat mit ner Zeitvorgabe. Und wenn mir etwas nicht schmeckt, dann will ich das gleich weg haben, also trank ich das beinahe auf Ex und weg. Anschliessend bekam ich nochmal die gleiche Menge, denn ich hätte es in kleinen Schlucken trinken sollen, nur sie hatte es vergessen zu sagen. Naja egal, die Strafe erfolgte damals direkt, denn durch diese Verzögerund und dem dann sehr ausführlichen Arztgespräch mussten sie beinahe eine Stunde länger arbeiten.

Heute klappte das wunderbar, ich vermute aber auch, dass es da ne Notiz im Computer gibt.

Und ich merkte, dass ich absolut ruhig und gelassen war, was auch daher kam, dass mir klar war, was Gutes kommt heute nicht raus und besonders in den letzten Tagen habe ich mehr wieder zu mir gefunden. Ich war dankbar, wem auch immer bis hier her gekommen zu sein, dass ich meine Ziele im Hauptsächlichen erreicht habe und nun so langsam mich darauf eingelassen, dass der Mai nicht nur ein toller Geburtsmonat ist, sondern er kann auch ein toller Monat sein zum gehen. Idealerweise auch noch alles am gleichen Tag. Das wären gute vier Wochen. Mich damit abgefunden zu haben, hat mich auch beruhigt. Irgendwann kommt man an einen solchen Punkt, der einem dann auch keine Angst mehr macht. Zudem hatte ich das Glück in den letzten Tagen viel mit meiner besten Freundin die zur Zeit dank Cirona in Mexiko festsitzt, zu verbringen, räumlich getrennt aber mental sehr nah. So sass ich dann heute früh ganz gelassen, sicherlich etwas traurig eben dort im Wartezimmer. Ich wusste ja auch, dass das mein letzter Besuch dort sein wird, da ich ja vor wenigen Tagen beschlossen hatte keine weiteren Chemos mehr zu machen, was ich heute auch dem Onkologen noch mitteilen wollte.

Das CT dauerte gerade mal drei Minuten, das Aus und Anziehen länger. Auch heute war ein andres Mädel da, die das um einiges besser gemacht hatte, als ihre Kollegin zuvor. Und es ist immer schöner gerade frühmorgens in ein nettes lächelndes Gesicht zu sehen😊

Danach hiess es wieder warten, denn die Bilder brauchen ihre Zeit und der Arzt muss ja auch genau schauen. Bis ich dann an der Reihe war, spürte ich auch hier, ist mir eh alles egal was dabei rauskommt. Ich wollte nur wissen wie lange ich wohl noch laufen kann und aufs Motorrad steigen, denn da hatte ich ja in letzter Zeit schon öfter leichte Beschwerden. Zuerst war ich alleine im Arztzimmer und konnte mir selbst mal über die Bilder schauen.

Nicht wirkloch viel zu erkennen für nen Laien, aber in Etwa, alles was weiss ist sind Tumore, Lymphknoten und ähnlicher Mist den kein Mensch will

Der Arzt wie immer sehr feundlich kam aksbakd, erkundigte sich nach meinem Befinden und was ich inzwischen therapiemässig seit meinem letzten Besuch gemacht habe, denn da wird er als Radiologe ja nicht miteingebunden. So erzählte ich von der Chemo und den Schmerzverlagerungen, die er mir direkt bestätigte, da der Tumor sich in Richtung Ichiasnerv ausgebreitet hat, aber.. dann kam das grosse ABER, der Tumor hat sich sichtbar verkleinert über ein Zentimeter, es hat sich nichts mehr ausgebreitet! Es ist definitiv der richtige Weg und dann sah ich sie, die kleine Freudenträne bei ihm😊 Erhofft hatte er im Februar, dass das Wachstum gehemmt wird, da mein Zustand damals am Faschingsdienstag äusserst bedenklich war und er mir indirekt bestätigten musste, dass ich wohl Recht behalten würde und das Jahr nicht zu Ende bekäme. Angesetzt war damals Ende Mai, was er schon kritisch sah.

Und so bin ich heute zum ersten Mal mit ner guten Nachricht dort raus😊 Allerdings muss ich dann meine Planung wieder übern Haufen werfen. Keine weitere Chemo mehr zu machen ist ja in diesem Fall wie Selbstmord. Er empfahl mir weiter zu machen und den Abstand auf 3 Monaten bei zu behalten, denn trotz jetzt sehr positivem Verlauf, kann sich das drehen oder vor Allem andere Organe schädigen…

Da ich im Anschluss auch noch einen Termin beim Onkologen hatte, konnte ich diesem die Nachricht auch gleich überbringen. Natürlich habe ich mich auch bedankt, aber gleichzeitig auch darum gebeten, wenn ich nun die Chemo weiter mache bei ihm, dass ich immer ne Woche mehr Pause zwischendrin brauche um mich zu erholen. Das wäre nicht immer angebracht, da sich die Krebszellen bei nem so geschwächten Immunsystem dann quasi wie ein verletztes Tier verhalten und richtig wüten. Dennoch jetzt hab ich eine Woche Pause rausgeschlagen und die Chance im Mai noch beerdigt zu werden schwindet dadurch auch.

Irgendwie schade, denn die nachfolgenden Monate habe ich schon genug Todestage von Freunden und Verwandten. Der Mai wäre dann meiner gewesen…

Mal sehen welche Herausforderungen jetzt auf mich warten…

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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