Am Anfang der heutigen Chemo..

…..war ja die Hoffnung, dass das Alles ist für heute, nur eine kleine Flasche

aber dann war mir klar, dass da noch mehr kommt und ich konnte mir ausrechnen, dass es wieder länger dauert, denn die wahre Chemikalien werden immer erst noch angeliefert, da es nur kurz haltbar ist, sinnigerweise ungekühlt und im Körper drinnen wesentlich länger

So, genau das Zeugs muss alles in mich rein und dauert gute 4 Stunden. Glücklicherweise gab es noch zwei Tatortfilme die ich noch nicht gesehn hatte, die ich dann aufm Tablet anschauen konnte.

Wieder zuhause angekommen schaffte ich es noch bis zum Bäcker um die Ecke und schon mit viel mehr Mühe ins Bett, wo ich mich wohl in den nächsten Tagen hauptsächlich aufhalten werde.

Vorbei die Zeiten wo ich wie bei der ersten Chemo vor bald zwei Jahren, anschließend noch bei den GR-Sitzungen war oder Sarows Demo platzen ließ. Es ist nun halt jetzt ein anderes Giftcocktail. Den bitteren typischen Chemiegeschmack habe ich versucht mit nem Eis zu neutralisieren, aber ist natürlich nur für den Moment des Schleckens. Die nervige Pumpe, die ich für die nächsten 48 Stunden umhängen habe, kotzt mich wahrlich am Meisten an. Genaugenommen geht die Chemo also 2 Tage und erst danach kommen die Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen ans Licht….

Schwacher Trost, eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dass das die letzte Chemo ist, jedoch will ich das CT abwarten. Dennoch tendiere ich eher dazu aufzuhören, aufzugeben. Ich hasse es immer solche Entscheidungen treffen zu müssen😟.



EIN PAAR STUNDEN SPÄTER

NUA, da dieser Blog auch so ne Art Tagebuch ist für mich, schreibe ich eben auch mal Sachen zeitnah rein. Wie gesagt ein jeder muss das selbst entscheiden ob sie oder er es liest. Wenn ich dabei Rücksicht auf die Leser und Follower nehmen würde, wäre es nicht mehr authentisch und somit nicht mehr „mein“ Blog.
nun gut wie für die Meisten bekannt, war ich heute nun zum dritten Mal in dieses Chemozyklus zur Therapie, wie es eigentlich offiziell heisst. Und nach 3,5 Stunden heute früh am Tropf bekam ich auch wieder das eigentlich schlimmste Utensil mit, das ist nämlich eine Pumpe die man sich im Prinzip um den Hals hängt, mit dem Port verbunden ist und regelmässig nen Giftschub abgibt, auch nachts. Aber genau in dieser Pumpe ist das Zeugs was zu den schlimmsten Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen führt.

Nämlich die bekannte Kotzerei und anderen wahrlich nicht so angenehmen Dingen.
Immerhin blieb mir auch bei den zwei vergangenen Chemos dieses Zyklus, der Durchfall erspart.
In dieser Hinsicht ist das wahrlich eine Verbesserung zum ersten Zyklus direkt nach der Stoma-Rückverlegung (künstlicher Darmausgang), denn da gab es Zeiten wo es sprichwörtlich hinten und vorne los ging. Und ich erinnere mich an Zeiten wo ich aufm Klo gesessen habe und ins Waschbecken gek… habe, glücklicherweise ist mein Bad so klein wo das geht. Zudem kamen aber noch die höllischen Schmerzen beim Durchfall.

Diese entstanden dadurch, dass mir ja auch 35cm Darm entnommen wurde und der das erst mal lernen musste wieder zu arbeiten. So ist das direkt vom Dünndarm durch und wer sich damit auskennt weiss auch dass im Dünndarm die Speissen mit allen möglichen Säuren zersetzt werden. Dies war über fast drei Monate mein ständiger Begleiter, 2 Stunden aufm Klo zu sitzen, dann mit diesen Schmerzen, da sind beinahe die Nierenkoliken die ich zuletzt immer hatte harmlos dagegen, denn die konnte und kann ich mit Opioden „ausschalten“ zu welchem Preis wird sich noch zeigen.

Dass man so etwas einer Partnerin zumuten kann ist fraglich, denn die Intimität, inklusiver Anziehungskraft geht da flöten. Hab schon öfter von Betroffenen gehört, dass die Partnerschaft zerbrochen ist, oder ne Zeit lang auf Eis gelegt ist. Auch weil man sich selber schämt, selbst wenn man dafür gar nichts kann.
Ich habe da bei meiner ersten Diagnose aus Weitsicht, diese Partnerei erst mal zur Seite gelegt.

Dennoch, ich habe wunderbare Freundinnen, die immer für mich da sind, da einige schon den Verdacht hegten, ich bin da immer nur alleine. Dazu muss ich eingestehen, ohne diese Freundschaften und auch hier so vielen, oftmals als oberflächlich oder Pseudo-Freundschaften betitelten Facebookfreunde, hätte ich es wohl auch nicht bis hier her geschafft. Da hilft dann auch ein einfaches DANKE für mich nicht aus, dennoch will ich nicht müde werden, immer wieder zu danken:-)

Also wie gesagt, in gewisser Hinsicht ist der heutige Chemozyklus harmloser, zumindest auf den ersten Blick, denn aufmerksame Leser erinnern sich an die letzte Runde im März, wo mir nach 2 Tagen nahezu alle Haare ausgefallen sind. Ist dies ein Alptraum für viele, die das selbst erfahren, denn dann sieht man auch von aussen dass man krank ist, so fand ich es halt in erster Linie nervig überall Haare zu finden, aber dann kam leider auch die Erkenntnis, dass da ein heftiger Haufen “Gift “ in mir drin ist.

Auch hatte mich die letzte Runde bekanntlich bald drei Wochen ausgeknockt. So arg war es bis dato noch nicht.
Und doch habe ich das Gefühl, dass es heute eine Runde heftiger wird…. Denn schon vor einer Stunde hatte ich den ersten Gang zum Waschbecken. Ja ich übergebe mich lieber dort, als würdelos vor der Kloschüssel zu knien. Soweit ich mich erinnere hatte ich das noch nie am ersten Tag so früh. Denn wie gesagt, die Pumpe arbeitet noch.
So sehne ich mich auf ne ruhige Nacht. Und danach morgen ohne Ängste auf zu wachen und zu sein…

Aber es wächst auch stündlich die Sicherheit, dass es die letzte Chemo war. Entweder habe ich dann das Glück diese gar nicht zu überleben, oder eben abzu brechen, trotz der guten Nachricht von gestern die mir der Arzt schickte.
So ist das Leben nicht lebenswert, vor allem wenn es sich alle zwei drei Wochen wiederholt..
Ihr seht es ja selbst wie hart die Einschränkungen durch Corona und dem Lockdown auch für Euch waren und sind. Und nun wo man wieder etwas mehr darf und die Gefahr auf einen neuen Lockdown droht. Aber ihr habt zum Glück eure Gesundheit und durchaus die Chance steinalt zu werden:-) also bleibts gesund!

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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