ist das nun der Anfang vom Ende, oder nur ein neues Kapitel?

Zum heutigen Sonnenuntergang hab ich geplant kurz nach Bad Herrenalb, Bernbach zu fahren, da ich dort im Wald eine Stelle kenne, wo man nen heerlischen Blick zum Badnerland bis zur Rheinebene hat. War dort bereits schon zweimal auch während der Chemo sogar mit dem Bus, von der Haltestelle aus sinds gut stramme 3km im Wald mit anschliessendem Ziel Herrenalb, oder Poltzensägmühl, also Strecken zwischen 12 -15 km

doch heute warens nur gute 3km und ich habe es nicht geschafft, vlt wärens noch gut 300 Meter gewesen, die ich gerne heute unbedingt erreichen wollte. Auch eine längere Pause mit der Einnahme einer 800er Ibu konnten mich nicht mehr umstimmen, denn das letzte Stück würde steil und im Anschluss im Dunkeln wieder zurück. Nein es ist echt unvernünftig, aber die Schmerzen und der immer währende Druck im linken Becken liessen es nicht zu. So machte ich mich dann auf den Rückweg, wo ich zumindest noch ein paar Fotos ergattern konnte. Nach guten 300 Meter fiel mir auf, dass ich den Nierengurt wohl unterwegs verloren habe und widerwillig fand ich es an der alten Lagerstätte. Danach kamen dann die ersten Tränen. Wars das nun für meine Zukunft ? Werde ich nie wieder irgenwelche Tageswanderungen machen können, welche so wichtig sind für mein Wohlergehen un Wohlbefinden? Wenn ich jetzt schon zwei mal diese Woche eine so kurze Strecke nicht schaffe?

Und mit wem kann ich darüber reden? mit ner Fremden? einer Freundin die immer versprach da zu sein für mich. Sie weiss dennoch genau dass ich sie ne wegen Hilfe ansprechen würde. Freunde sind einfach immer da. Aber ich belaste doch auch viele damit. Jemanden meine Probleme vor die Füsse legen, ist nicht wirklich mein Ding, aber dann bleibt mir nur der Weg zu mir selbst. Ich flenne, bin demütig, ängstlich und letztendlich depressiv. Das wäre dann auch mein schneller Suizid der mir aber gerade noch zu früh ist.. Manchmal ist es einfach traurig dass ich nach und nach verfalle. Es macht mich nicht nur traurig, sondern eher sogar wütend, warum ich? Ich habe nie etwas jemandem was böses getan und war für jeden da. Womit habe ich das verdient?

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

2 Kommentare zu „ist das nun der Anfang vom Ende, oder nur ein neues Kapitel?

  1. Lieber Thomas. Auch ich bin meine beste Freundin und engste Vertraute. Soziale Kontakte gab es, vor Corona aber KEINE soziale Bindung. DAS ist das Entscheidende was fehlt. Durchhalten. Du hast soooo viele soziale Kontakte. So viele hab ich net…….…………..

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  2. Lieber Thomas,

    Deine Gefühle kann ich gut verstehen. Warum Du?! Aber an wen stellt man diese Frage? Und wer antwortet?

    Etwas, das mir in der letzten Zeit viel Inspiration gegen hat ist ein kleines Buch von Eckhard Tolle. Es heißt „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“. Gibt es als Ebook oder gedruckt. Vielleicht hilft es Dir, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

    Ich drück Dir die Daumen und wünsche Dir das Beste.

    Harald

    Gefällt 1 Person

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