two weeks ago…

seit der letzten Chemo

Hey hallo. Mmh ich habe recht viele Nachrichten bekommen in den letzten Tagen, vor allem mit dem Inhalt wie es mir geht und was ich tue?
In der Tat habe ich die letzten Tage wirklich nicht soviel Rückmeldung gemacht.

Daher heute mal ein kurzes Update:
heute wäre mein regulärer Chemotag gewesen der bekanntlich ja um mehrere Wochen von seitens des Arztes verschoben wurde, dazu kommen ja auch noch die Osterfeiertage, wo die Onkologie-Praxis eh schon Termine hin und her schieben muss.
Mir fallen immer noch Haare aus wenn ich selbst jetzt auch gar nicht mehr so viele habe, aber es zeigt halt auch dass da die Chemie in mir irgendwie noch etwas bewirkt oder überhaupt wirkt, auch noch nach zwei Wochen. Ins gesamt gehts mir so weit eigentlich ganz gut und ich habe auch schon wieder einige hunderte Kilometer abgespult, sicher nicht so easy wie früher, aber es ist ja ne Therapie, damit ich Hunger und Appetit bekomme um die nötigen Kilos wieder drauf zu bekommen. Dennoch fällt es mir schon schwer mich zu „mästen“. Es ist halt gerade so ne Gradwanderung, denn bekanntlich ist Motorradfahren ja auch anstrengend, muss da halt die Waage finden.

Aber interessanterweise habe ich seit eben diesen zwei Wochen keine Schmerzen mehr, die ich ja zuvor über Monate hatte. Brauche weder Tramal noch Tilidin. Das schürt Hoffnungen, mit denen man dann später wieder richtig auf den Arsch fallen kann:-)


Wenn ich jetzt nur zu Hause gesessen hätte, wäre ich aber zumindest mental eingegangen, wie das Vielen in dieser Scheiss Krise gerade sicherlich nicht anders geht. In dieser Hinsicht bin ich da dank dieser Mobilität gar besser dran als andere.

Leider fehlen mir aber auch diese sozialen Kontakte, mal Freunde besuchen ist in meiner Situation gar nicht möglich und wenn ich es auch gerne mal vergesse, erinneren mich diese Freunde dran.
Ich sollte natürlich erst recht jegliche Gefahrensituation meiden, aber es fällt mir schon schwer.
Und ich bekam natürlich auch schon zu hören, dass ich damit andere gefährde, weil Motorradfahren ja grundsätzlich gefährlich ist und ich könnte nach einem Unfall ja ein Bett für ein Corona-Kranken blockieren.

Sorry, tut mir leid, alles teile ich nicht auf der Welt. Da müsste auch jeder Autofahrer und erst recht E-BikeFahrer zuhause bleiben, denn prozentual gesehen, verursachen die nun mal die meisten schwere Unfälle.
Ich bin inzwischen über 6000km gefahren, bis auf den Hagelschauer kam ich in noch keine brenzlige Situation, habe aber schon genug andere Motorradfahrer in dieser Zeit gesehen, die zu Recht diese Vorurteile begründen.

Wenn mir jemand in der Kurve entgegen kommt und um den obligatorischen Gruss, weil ja Motorradfahrer unter sich so freundlich sind,nicht zu vergessen, damit man Gutes von ihm denkt, dann noch mit dem Fuss oder ausgestreckten Bein winkt, dann denke ich manchmal „Jungs ihr habt einen gewaltig an der Klatsche“ ABer ok. ich wollte heute nicht polemisch werden.

Also wie gesagt mir gehts soweit gut, allerdings hätte ich eine weitere Chemo heute wahrlich nicht geschafft.

So lassts uns denn nach vorne schauen, auch ihr habt alle eure Probleme gerade, manche sogar richtig heftig und existenziell und damit habt ihrs schwieriger als ich, denn ich muss mir wegen der Zeit nach Corona keinen Kopf mehr machen…und manchmal bin ich froh drum
Bleibts gesund, aber im Gegensatz zu den Behörden bin ich der Meinung gehts raus, an die frische Luft, Deutschland ist gross, es ist Platz für jeden da auch mit zwei Meter Abstand. Denn diese Sonne und das Licht da draussen kann us als einziges die Kraft gegeben dieses Scheiss Zeit zu überstehen.

Beim drin sitzen verkümmert man nicht nur mental, sondern auch sozial. Und damit ist keinem geholfen.
Man spürt ja jetzt schon diesen Hass aufeinander. Die AfD war dagegen ein Furz. Hier gehts nicht mehr um Fremdenhass, hier hat schon jeder Angst vor dem Anderen, Das kann nicht Sinn des Ziels und schon mal gar nicht des Lebens sein

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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