Rhein / Murgtal / Kaltenbronn

Heute wollte ich bei diesem herrlichen sonnigen Wetter endlich wieder mal zu meinem geheimen „Vater Rhein“ Nach ner gewissen Zeit habe ich da immer eine grosse Sehnsucht danach. Dass ich nicht direkt nach Karlsruhe zum Hafen wollte war bei den zu erwartenden Menschenmengen trotz Corona klar. Dachte da eher ab Rheinstetten rheinaufwärts, da verlaufen sich die Menschen in der Regel, zumal es dort eh mehr Platz zum Ausweichen gibt und es auch schöner ist. Auch Frauenalb die bekannte Klosterruine wollte ich kurz aufsuchen, da ich beim letzten Mal heftigen Regen hatte.

Und so machte ich mich auf den Weg, vollgetankt, warm eingepackt, denn den kalten Ostwind spürt man beim Fahren auch durch mehrere Kleiderschichten. Glücklicherweise ists im Helm zumindest kuschelig warm.

Schwanner Warte

Nach Frauenalb musste ich wieder ein Stück zurück über Ettlingen nach Rheinstetten und dann eben zum Rhein. Mir war bewusst, dass in Ettlingen ein Tunnel ist, den ich gerne umfahren wollte. Die Innenstadt war dieses Mal für mich nicht sehr interessant, denn zu einer Stadt gehören auch Menschen, die ich aber in den Coronazeiten nicht erwarten würde. Und so gelangte ich dann Stück für Stück immer höher bis ich zu einem einzelnen Haus oben auf der Höhe kam. Wohl ein alternatives Kulturzentrum sogar mit Turm, der logischerweise auch geschlossen war.

So suchte ich dennoch nach ner tollen unverbauten Aussicht über Ettlingen ins Rheintal, was ich vorher erahnen konnte. Da kam eine ältere Omi daher, die mir die Auskunft gab, dass das Haus zwar geschlossen sei, sie mich aber auf die Terrasse lassen dürfte und auch gerne in ihre Wohnung, da sie ne tolle Freisicht hätte. Mit dem ersten Vorschlag war ich einverstanden und auch zu frieden, die Wohnung wollte ich nicht betreten, da wir beide ja eh zur Hochrisikopatienten gehören. Und tatsächlich hat sich der Ausblick gelohnt:-)

Wilhelmshöhe

Anschliessend gings dann nach noch höher nach Spessart, um dann auf der anderen Seite über Malsch ins Rheintal runter zu fahren, Zwischenhalt machte ich am einsamen Sulzbachsee.

und dann gings endlich weiter nach Rheinstetten beziehungsweise nach Neuburgweier am Rhein zum alten Zollhaus. Die Fähre nach Frankreich ist natürlich ausser Betrieb gewesen. Auch hier trafen sich mehrere Menschen, aber alle im gebührenden Abstand, alle freundlich zueinander und respektvoll. Man kann sich auch mit Wildfremden in zwei Meter Abstand wunderbar unterhalten ohne brüllen zu müssen. Alle genossen, die Ruhe und das Vorbeituckern der Schiffe und viel Sonne und Wärme.

Jetzt machte ich noch nen kleinen Abstecher ins paar Kilometer entfernte Au am Rhein, da ich wusste dass man von dort auch in den Goldgrund, einen Rheinaltarm schauen kann, wo es auch ein beliebtes Paddlergebiet gibt.

Und nun war meine Idee zum Sonnenuntergang durchs Reichentaler Tal hoch zum Kaltenbronn, denn dort war mir die herrliche Aussicht bekannt. Aber auch die Gefahr dass es dort oben erst vor ein paar Tagen geschneit hatte und es immer noch glatt und kalt sein könnte. So war es von Beginn an offen, ob ich wirklich solange dort bleiben wollte, denn die Fahrt hinunter nach Wildbad ist wenns glatt ist keine Spazierfahrt.

So genoss ich dann ein Stück durchs Murgtal, von Rastatt, über Gernsbach

vor der Abzweigung nach Reichental

Und nun komme ich auf eine meiner Lieblingsstrecken im näheren Umkreis. Auch ist die Kurverei durchaus interessant und anstrengend, durchaus auch herausfordernd, wofür man aber dann belohnt wird mit den herrlichen An,- und Ansichten in Reichental. Das kleine Städtchen ist wahrlich ein Schmuckstück, wunderbar gelegen mit sehr vielen einmaligen Details, inklusiver der über alles dominierende Kirche.

Reichental

Und dann gehts die nächsten paar Kilometer ebenfalls anstrengend , kurvenreich und aussichtsreich auf den Kaltenbronn, wo es mehrere Aussichtspunkte gibt, die auch zum längeren Verweilen einlädt.

den angestrebten Sonnenuntergang habe ich aus den schon vorher benannten Gründen dann nicht angewartet, da es schon recht zügig war und durch einige Schneeverwehungen die Abfahrt über Bad Wildbad dann doch nicht so prickelnd war. Das ist dann bei Tageslicht etwas leichter zu handhaben. Dennoch war dieser Tag mit etwas über 200KM, absolut sehenswert. Der nützliche Nebeneffekt und eigentlicher Grundgedanke war, dass ich danach unheimlich Hunger hatte und so endlich wieder was essen konnte, denn bis zur nächsten Chemo fehlen da noch paar Kilogramm:-)

2.April.2020

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

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