Moseltour die Dritte…

Ja es war ein langjähriger Traum, nochmal die Mosel zu sehen. Zwar war das ursprünglich anders gedach, nämlich mit dem Rad. So geschehen 1983 die erste Tour. Da hatte ich mich zuvor gut vorbereitet, damals herkömmlich über Bücher, TV und Magazine wie Geo oder sowas. Ich war 1983 mit meiner Ausbildung fertig, dank einer Verkürzung, für Streber war ich ein gutes halbes Jahr früher fertig, vom Betrieb übernommen, mein erstes Gesellengehalt in ein nagelneues 8000 Mark teures Motorrad investiert und dennoch war ich passionierter Radfahrer und wollte diese Tour auch mit dem Rad absolvieren. Dazu mit wenig Gepäck, denn dabei waren ja um die 600km zurück zu legen, mit Hin und Rückfahrt. So fiel mein Entschluss damals auf ein hochwertiges, modifiziertes Raleigh Rennrad, ohne Beleuchtung und ohne Gepäckträger. Lediglich ein kleiner Pack mit nem Armeeschlafsack und das allernötigste an Unterwäsche und so, was hinten am Sattel befestigt wurde. Hatte Urlaub angemeldet und wollte vor der Hauptseason los. Aber das Frühjahr war ne Katastrophe, Regen, Regen und kalt. Selbst an meinem Geburtstag zum 22.Mai, wo ich längst wieder zurück sein wollte, wars kalt und regnerisch und so wurde der Urlaub immer wieder vorschoben, bis es im Juni dann endlich besser wurde. Ich glaube zwei Wochen, vlt auch drei mit Erholung waren angedacht. Und irgendwann gings wirklich los nit dem erwähnten Rad und viel Geld in dem Trikot und anderswo. Ich glaube EC-Karte gabs noch nicht.

die ersten 100km waren öde, weil schon bekannt, dann aber kam der Taunus bis zur Lahn, dort über Lahnstein nach Koblenz ans deutsche Eck. Das war eigentlich der Startpunkt bis nach Trier, 200km mal auf dieser Moselseite mal auf der anderen. Und es war toll. Und jeden Tag heisser, denn es wurde zum heissesten Sommer des letzten Jahrhunderts. Ohne Handy und Walkman. Nur immer das Surren der schmalen Reifen, gehörte zu meinem Rhytmus. Geschlafen zumeist drausen, direkt am See, an Bushaltestellen, dahinter, oder auch mal im Parkhaus und auch mal in billigen Pensionen. Eine unglaublich schöne Landschaft, recht wenige Autos damals, ein Gedicht für Augen und Seele. Auch Trier war für mich nicht nur Ziel der Tour, sondern hatte ein tolles Flair wo ich gar mehrere Tage blieb. Zurück gings dann hauptsächlich über die Hunsrückhöhenstrasse. Und das alles bei brutaler Hitze. Aber einmalig schön. Genau 20 Jahre später wollte ich diese Tour nochmal wiederholen, Vorbereitungen getroffen, mittlerweile mit Mountainbike, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen recht schnell abbrechen. Interessanterweise war 2003 wiederrum ein genauso heisses Jahr!

Und nochmal ein paar Jahre später, schaffte ich es dann bis nach Cochem, war mir die liebste Stadt damals. Und nun wollte ich zumindest ein Teil davon noch mal abfahren. Geplant war von Bernkastell Kus bis Cochem, Koblenz war ich so oft, das brauchte ich nicht. Zumal es ja inzwischen viel voller ist mit Autos. Gemütlich daher tuckern war von vornherein ausgeschlossen. Dennoch mit eventueller Übernachtung in Cochem um dann vlt über die Eifel, Köln und dem Taunus zurück zu fahren.

So gings dann gestern los. Auch weil ich hier die ersten Kilometer kannte bin ich bis Landau auf der Autobahn gefahren, dann runter und nur noch Landstrasse war der Plan. Und schon bald erschien die Burg Trifels in Annweiler in einiger Entfernung, warum nicht mal dort halten? Gesagt getan…

Burg Trifels Annweiler
Burg Trifels Annweiler/Pfalz (500M/N)
Kletterfelsen Asselstein Trifels (60Meter)

Ja die Fahrt nach oben war schon ein kleines Abenteuer über Zig Kilometer, enge Kurven und eben gute Steigung, doch fast alleine war ich da unterwegs. Als ich den Parplatz ereicht habe, war natürlich hier auch alles zu, so habe ich mir den doch erheblichen weg hoch zur Burg erspart,denn die Gefahr nicht rein zu kommen war dank Corona gross, obwohl ich schon gern den Ausblick von dort erlebt hätte

Danach gings wieder runter ins Tal. Leider gabs dort wenige Aussichten, ohne viel laufen zu müssen. Nun bin ich nicht etwa zu faul zum Laufen, aber erstens bereitet mir etwas weitere und anstrengende Strecken nicht unerhebliche Schmerzen wodurch die Gefahr bestand die Fahrt abbrechen zu müssen und zudem wollte ich ja noch weiter. Das nächste Ziel war Kaiserslautern, gute 50km Landstrasse, bei dem sehr wenigen Verkehr gestern , dauert sowas nicht lange,etwa ne halbe Stunde. Aber dem sollte nicht so sein. Zuerst kam ich in einen fürchterlich dunkeln und langen Tunnel, und bei der nächsten geplanten Abfahrt der Bundesstrasse kam ich in eine Wahnsinnschlucht um sie mal so zu nennen. Eine Kurve folgte der nächsten mal so rum oder so Und zwar beinahe die ganzen 50 km. Das ist sehr anstrengend, weil a:) Gegenverkehr auf der sehr engen Strasse echt nervig sein kann, besonders die grossen LKW. Schnell fahren ist eh überhaupt nicht möglich, da die Strassen oft ein Flickenteppich glichem. Nicht zuletzt drängelnde Einheimische, die ich aber gerne vorbei lasse. Leider sieht man dann auch nicht viel von der Gegend, weil man sich hoch konzentrieren muss, vor allem wenn man die Gegend gar nicht kennt.

Ich habe ein recht gutes Motorrad mit etwas über 100 PS und 750ccm, ideal zum Kurvenfahren ist es nur bedingt, eher mal Autobahn oder lange grosse Strecken. Auch bin und war ich noch nie so ein richtiger Kurvenräuber. Ich habe einfach schon zuviele Unfälle und Tote auf solchen Strecken gesehen, denn wenn mal ein Stein in der Kurve liegt den gerade ein LKW verloren hat, oder ein toter Hase, dann wars das meistens. Da sieht ein Motorrad und Fahrer auch nicht mehr so aus wie meins nach dem Hagelschauer. Die neuen Motorräder haben weit über 1000ccm und bald 200 PS. Mit so etwas kann man nicht vernünftig auf einer solchen Strecke fahren, schon mal gar nicht wenn man in der Gruppe fährt. Und nicht selten gibts genug nur Sonntagsfahrer. Ich habe gestern meine 6000km drauf bekommen in gut 2 Monaten, ich behaupte mal ich habe ne gewisse Fahrpraxis inzwischen. Das fahren manche in zwei Jahren nicht. Eine freiwillige Beschränkung wie früher auf 100 PS würde ich mir auch heute wünschen. Noch ne Geschichte von der gestrigen Rückfahrt, die ich zum grössten Teil auf der Autobahn fuhr. Jetzt ist meine Honda ja wieder recht ordentlich und fast vollständig. Die VFR ist ein sehr gutes und gutmütiges Fahrzeug was jeder der sich auskennt bestätigen wird. Ich fuhr gestern vom Hunsrück runter, auf ner recht freien Autobahn. Grundsätzlich halte ichmich eher an das Rechtsfahrgebot, es sei denn in der Mitte oder dem rechten Spur ist die Fahrbahn viele schlechter. Geschwindigkeitsbegrenzungen erkenne ich auch so an. Es sei denn es ist garnix los und wenn das beliebte graue Schild kommt, dann nutze ich das auch mal. Gestern war ein guter Mix,wie gesagt nicht so viel Verkehr und ich hatte recht gute freie Fahrt auf der rechten Spur, da fahr ich auch mal 240 und die Maschine noch längst nicht aus, denn als Brillenträger hat man ein anderes Empfinden je schneller man unterwegs ist. Und irgendwann sah in Rückspiegel ein Einauge, mal links, mal rechts unterwegs, bald erkannte ich es auch als Motorradfahrer. Irgenwann schloss er dann auf weil der Verkehr langsamer wurde und er war mir einfach zu dich hinter mir, so zog ich dann nach rechts um ihn vorbei zu lassen, aber das wollte er gar nicht sondern fuhr wieder zu dicht auf. Ich tippte das Bremslicht ein paar Mal, damit er erkennt, dass er mich nervt. aber auch da keine Besserung und ich sah inzwischen dass er ein nacked Bike hatte also eines ohne Verkleidung. Jetzt wollte ich ihn los werden, vorbei wollt er ja auch nicht. Also zog ich auf die linke Spur , er dann gleich hinter mir, ohne zu blinken und so, also 5te Gang und 6te. auf 240 und endlich wurde er kleiner im Spiegel, so konnte ich dann in ner recht engen Lücke wieder nach rechts und er fuhr an mir vorbei und da sah ich dass er ne Ducati hatte, was auch ein hochwertiges Gerät ist. Aber bei dem Fahrtempo reisst dich der Wind ohne Verkleidung hin und her und so war es auch bei ihm, alles hat gewackelt, langsamer zu fahren war jetzt nicht sein Ding. Klar solange er in meinem Windschatten war, lief das besser bei ihm . Aber bei dem Tempo will ich dass mein Nachfolger nen gewissen Abstand hält. Ich möchte ihn im Spiegel sehen. Ausserdem möchte ich nicht dass andere denken wir gehören zusammen und fahren Wettrennen. Jetzt wo ich hinter ihm war, sucht er sich dann ganz spontan die nächste Abfahrt, die sicherlich nicht auf seinem Plan war, da er von der dritten auf die ganz rechte dann rüber ist. Aber auch ich wurde höchstwahrscheinlich ein paar Kilometer weiter geblitzt. Es war freies Tempo, dann wieder das Tempo 130 Schild und kurz dahinter ich war auf der rechten, baff geblitzt. Wenn da etwas kommt werde ich Beschwerde einlegen, denn siehe da ich habe ja auch ne Dashcam laufen:-) Aber könnte auch sein dass sie den LKW hinter mir auf dem Schirm hatten, denn runtergewunken wurde ich nicht. Und siehe da, an der nächsten Bausttelle mit Tempo 80 war ich auf der linken schmalen Spur, bis ein Polizeiauto auf einmal hinter mir war. Ich war aber eher langsamer als 8o, weil die Lkw schon recht breit und wackelig sind, dennoch bin ich da wo ichs durfte rechts rüber, die Polizei an mir vorbei und fuhr dann auch irgendwann wieder vor mir. Und wenn man ein Polizeiauto sieht werden andere auch langsamer und so schob sich noch einer zwischen mich und der Polizei. Und siehe da die Polizei fährt Kilometer weit mit über 100km in ner 80er Zone, dann nach der Baustelle gabs dann wieder das graue Schild, worüber meine Freude gross wurde, denn dann bin ich an den vorbei und habe sie schlichtweg stehen gelassen. So sieht das zumindest dann im Spiegel aus. Ein Gimmick meiner VFR mit dem V4 ist, dass sie im 2ten Gang bis zu 140km/h fährt, da kommen dann wenige mit:-) Und manchmal spüre ich auch das Kind in mir^^

Und meine Fahrt dann gestern nach Kaiserslautern weiter über Birkenfeld nach Bernkastell Kus, war nur noch schön und entspannend:-)

Bernkastell konnte ich nicht direkt erreichen gestern da die Abfahrt wegen Umbau gesperrt war und so musste ich dann in Traben Trarbach runter, kurz vor der neuen Moselhochbrücke der E50

Der erste Blick auf das Moseltal war schon überwältigend, natürlich ist es noch nicht alles in satten Farben, war ja auch gerade Frühlingsanfang gestern

Beilstein
Beilstein

Das war eine wahnsinnge und tolle Serpentinenauffahrt vom Moseltal bis nach Treis Karden im Hunsrück, mit zig Kehren und Kurven. Teilweise musste ich und andere Autofahrer umsetzen um die Kehren durchfahren zu können. Aber natürlich mit tollem Ausblick oben

Sonnenuntergang im Stau

Veröffentlicht von Thomas W.

Ein Tagebuch: um den Kampf meines Lebens? Von der Diagnose Darmkrebs, mit erfolgreicher OP & Chemo, anschließendem fast ein Jahr nicht entdeckten Rezidiv, nun mit nicht operablen Rezidiv im Becken, ist diese Chemo nun der letzte Versuch, mein Leben zumindest etwas zu verlängern

Ein Kommentar zu “Moseltour die Dritte…

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